Arbeitseinsätze in Europa

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Bürokratiemonster behindert EU-Binnenmarkt

Unerlässlich im Exportgeschäft sind Dienstreisen sowohl zum Vertriebsaufbau als auch zur Montage, zum Service und zur Wartung von Maschinen und Anlagen. Die Europäische Union ist der mit Abstand wichtigste Exportmarkt für unsere Branche. Acht der zehn größten Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus sind EU-Mitgliedsstaaten.

Arbeitseinsätze und Dienstreisen innerhalb Europas unterliegen strengen bürokratischen Regeln und sind in der Vorbereitung und Durchführung alles andere als trivial.

Drei völlig unterschiedliche Themenbereiche gilt es bei der Planung von Arbeitseinsätzen zu beachten:

Zur Vermeidung von Sozialdumping sind innerhalb Europas umfassende Meldepflichten für Arbeitseinsätze eingeführt worden. Die Umsetzung der Durchführungsrichtlinie (Richtlinie 2014/67/EU) zur EU-Entsenderichtlinie behindert die Erbringung von EU-Arbeitseinsätzen erheblich, denn die Meldepflichten variieren stark von Mitgliedstaat zu Mitgliedsstaat. Die unterschiedliche Umsetzung der Meldepflichten bürdet Unternehmen enorme bürokratische Belastungen auf und kurzfristige Service- oder Notfalleinsätze sind kaum darstellbar.

Der VDMA schätzt die Bürokratiekosten für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau auf mindestens 51 Mio. Euro jährlich (für 205.000 EU-Arbeitseinsätze). Der finanzielle Schaden durch die überschießenden Meldepflichten liegt für die entsendenden Unternehmen aber insgesamt bei einem Vielfachen!

VDMA-Forderung

Aus Sicht des VDMA verstößt die derzeitige Umsetzung der Meldepflichten gegen das Prinzip der Dienstleistungsfreiheit und der Funktionsfähigkeit des Binnenmarkts. Die Europäische Union und die Mitgliedsstaaten der EU sind daher dringend aufgefordert, durch eine Harmonisierung und Koordinierung der Meldevorschriften diesen Missstand zu beheben!

VDMA-Kontakt

Yvonne Heidler
VDMA Außenwirtschaft
+49 069 6603-1400
yvonne.heidler@vdma.org

Viele unserer Mitgliederunternehmen stellen sich die Frage: Kann es wirklich sein, dass bei einer kurzen Dienstreise in Europa (z.B. Kundenbesuch von 2 Stunden in Österreich) eine A1-Bescheinigung erforderlich ist? Die Antwort ist leider einfach, kurz und unbefriedigend: Ja!

Dabei ist der ursprüngliche Zweck der A1-Bescheinigung, die Vermeidung einer doppelten Beitragszahlung in der Sozialversicherung, sinnvoll und nötig, um die Dienstleistungsfreiheit in der EU zu gewährleisten. Anhand weniger Vorschriften kann mithilfe der A1-Bescheinigung gegenüber ausländischen Sozialbehörden rechtsverbindlich nachgewiesen werden, welches Sozialsystem für einen Versicherten zuständig ist. Leider enthalten die anzuwendenden Vorschriften in der EG-VO 883/2004 keine zeitliche Bagatellgrenze.

VDMA-Forderung

Der VDMA fordert eine bürokratische Entlastung im Ausstellungsverfahren der A1-Bescheinigung für kurze Dienstreisen.

VDMA-Kontakt 
Monika Weltin
VDMA Steuern
+49 069 6603-1417
monika.weltin@vdma.org

Zentrale Bedeutung für den grenzüberschreitenden Mitarbeitereinsatz kommt der Entsenderichtlinie (96/71/EG) zu, die im Jahr 2018 überarbeitet wurde. Dies hat unter anderem zur Folge, dass nun der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ uneingeschränkt ab dem ersten Tag einer Entsendung gilt. Ab einer Entsendedauer von spätestens 18 Monaten gilt das komplette Arbeitsrecht des Einsatzlandes.

Die Umsetzung der neuen Vorgaben durch die Mitgliedstaaten musste bis zum 30. Juli 2020 erfolgen. Für die Unternehmen ist somit weiterer bürokratischer Aufwand sowie zusätzliche Rechtsunsicherheit entstanden.

VDMA-Forderung

Der VDMA fordert eine unbürokratische, transparente und praxistaugliche Umsetzung. Für die Unternehmen muss klar ersichtlich sein, welcher Lohn gezahlt und welches Recht angewendet werden muss.

VDMA-Kontakt

Fabian Seus
VDMA Recht
+49 069 6603-1350
fabian.seus@vdma.org

Alexandre Ratiu
VDMA Recht
+49 069 6603-1357
alexandre.ratiu@vdma.org

Dr. Christian Hess
VDMA Recht
+49 069 6603-1268
christian.hess@vdma.org

Politische Interessenvertretung in Berlin und Brüssel

Der VDMA ist im aktiven Gespräch mit politischen Vertretern in Berlin und Brüssel, um auf die enorme Belastung für unsere Mitgliedsunternehmen hinzuweisen. Der VDMA kann im Sinne seiner Mitglieder nicht oft genug betonen, dass die gegenwärtige Situation bei der Entsendung in völligem Gegensatz zur Idee des EU-Binnenmarktes steht.

Nehmen Sie teil an unserer Briefaktion „Meldepflichten in Europa“. Ziel dieser Briefaktion ist es, Europa-Abgeordnete aufzurütteln. Wir laden Sie ein, erstmals oder erneut einen Brief bzw. eine E-Mail an die/den Europaabgeordnete/n lhres Wahlkreises im EU-Parlament zu schicken und Ihre persönliche Betroffenheit beim Thema „EU-Meldepflichten“ zu schildern. (Kontakt: Niels Karssen, VDMA European Office, niels.karssen@vdma.org).

 

arbeitseinsaetze.vdma.org – Unkomplizierter Service für Mitglieder

Die praktische Abwicklung von EU-Arbeitseinsätzen stellt VDMA-Mitgliedsunternehmen vor große Herausforderungen. In diesem bürokratischen Labyrinth bietet die VDMA-Themenseite arbeitseinsaetze.vdma.org schnelle Orientierung.

VDMA-Mitglieder erhalten hier exklusive Inhalte

  • Länder-Infoblätter auf Deutsch und Englisch zum Download
  • VDMA Positionspapiere zur Interessenvertretung in Berlin und Brüssel
  • Aktuelle Online-Artikel und Publikationen
  • Umfassende FAQ-Liste zur A1-Bescheinigung
  • Die wichtigsten Rechtsgrundlagen
  • Links zu weiterführenden Quellen
  • Kontakte zu Fachberaterinnen und -beratern

Die umfassenden Informationen sind ausschließlich für VDMA-Mitglieder einsehbar, Voraussetzung ist die Registrierung bei myVDMA.

 

Praxisnahe Tipps und Beratung für den Maschinenbau

Flankierend zum Informationsangebot auf der Website erhalten Mitglieder noch mehr Unterstützung durch den VDMA:

  • Persönliche Beratung durch die VDMA-Expertinnen und Experten
  • Schulungen und Netzwerkveranstaltungen
  • Newsletter "Arbeitseinsätze in Europa"
  • Vergünstigte Konditionen beim externen Dienstleister Inhouse Mobility

Nicht zuletzt ist der VDMA auf politischer Ebene sowohl in Berlin als auch Brüssel aktiv, um auf die enorme bürokratische Belastung bei Arbeitseinsätzen hinzuweisen.

 

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